Nobbis Blog

Mit den Fire Kids in Berlin 15-08-09

Nach einer längeren Pause, gibt es mal wieder einen Blog Eintrag…

Mit meiner Familie war ich die letzten zwei Wochen mit den Fire Kids in Berlin und Itzehoe (bei Hamburg) als Mitarbeiter bei ihrem jährlichen Sommereinsatz dabei.

Wir hatten eine super Zeit, geniales Wetter und ermutigende Erfahrungen. Ehrlich gesagt war ich anfänglich bei dem Gedanken meinen Urlaub mit 40 pupertierenden Teenagern auf engstem Raum zu verbringen, leicht panisch. Es war auch schon lange her, dass ich mit Isomatte und Schlafsack mit anderen Jugendlichen auf engstem Raum in einem stickigen Gemeinderaum geschlafen habe.

Nicht nur die Nächte haben manche Erinnerungen aus meiner eigenen Jugendzeit wieder geweckt… Viele der Jugendlichen gingen leidenschaftlich und unverkrampft für Jesus auf die Strasse, beteten voller Glauben mit wildfremden Menschen und schämten sich nicht verrückte Sachen zu machen, um das Evangelium kreativ zu verkündigen. Und Gott machte mit: Einige Menschen waren tief von Gottes Liebe berührt, andere haben sich für ein Leben mit Jesus geöffnet und andere erlebten Heilung.

Mit hat es selber viel Spass gemacht da mit zu machen, aber noch mehr Freude empfand ich beim Beobachten der Teens in Aktion. Für manche war es das erste Mal, dass sie auf der Strasse einer Gruppe von Menschen von Jesus erzählten oder mit Leuten beteten. Diese 14 Tage haben sie sicherlich mehr verändert und wachsen lassen als der jahrelange Besuch eines Kindergottesdienstes bzw. einer Jugendgruppe.

Ich frage mich natürlich auch, wie diese Jugendlichen in 10 oder 20 Jahren mit Gott unterwegs sein werden. Sind sie da immer noch so leidenschaftlich für Jesus und glaubensvoller Erwartung? Oder haben dann vielfältige Enttäuschungen, unkluge Entscheidungen und der “Überlebenskampf” in einer leistungsorientierten, materialistischen Gesellschaft dieses Feuer für Gott zum Erlöschen gebracht?

Am Ende des Einsatzes beteten wir Mitarbeiter für die Kids und segneten sie für ihre Zukunft. Es war ein sehr emotionales Treffen und etliche Jugendliche haben ihr Leben unter Tränen Gott neu geweiht oder haben wichtige Entscheidungen im Gebet fest gemacht. Auch bei mir blieb kein Auge trocken, da ich von Herzen für sie betete, dass sie kompromisslos Christus weiter nachfolgen und bereit sein werden, ihr Leben für ihren Erlöser und Herrn zu geben.

Was für ein Vorrecht diese jungen Jesus Anhänger ein kleines Stück auf ihrem Weg der Nachfolge zu begleiten und prägen zu können! Dafür nehme ich gerne harte Schlafstellen und das hormonbedingte Gefühlschaos meiner pupertierenden Freunde in Kauf.

Super Predigt 11-03-09

Am letzten Sonntag hat Horst Gillmann eine klasse Predigt zum Thema “Gott im Leid anbeten” gehalten. Horst predigte leidenschaftlich und mit Tiefgang zu einem sehr wichtigen Thema…

Wenn wir mit Leid und Not konfrontiert sind, stellt sich immer die Frage nach dem Warum und der Absicht. Diese Predigt vermittelt einige interessante Einblicke…

Operation Walküre 06-02-09

Gestern Abend war ich seit langer Zeit wieder mal mit zwei Freunden im Kino. Wir sahen uns “Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat” an. Der Film hält sich vermutlich nicht immer so genau an die historischen Vorgaben, zeigte aber deutlich auf, wie der Putschversuch gegen Hitler am 20. Juli 1944 fast gelang und dann doch so tragisch endete.

Mir war bisher nicht bewusst, wie weit die “Verschwörer” kurz nach dem Attentatsversuch schon mit der Umgestaltung eines Deutschlands nach Hitler gekommen waren. Die Wehrmacht verhaftete zum Beispiel schon in Berlin und Paris die SS Einheiten und riegelte das Regierungsgebäude ab.

Es gab einige Gründe warum das Attentat im Führerhauptquartier auf der Wolfsschanze scheiterte. Neben einigen “unglücklichen Umständen” (Verlegung der Lagebesprechung mit Hitler vom Bunker in eine Holzbaracke; statt zwei Bomben wurde nur eine scharf gemacht; Hitler beugte sich zum Zeitpunkt der Explosion über einen schweren Eichentisch, der wie ein Schild fungierte), gab es doch auch andere Gründe, die eher in einer Entscheidungsschwäche mancher Verschwörer bzw. ihren Sympathisanten aus dem Führungskreis der Wehrmacht zu finden ist.

Ich frage mich, ob der Putschversuch gelungen wäre (sogar als Hitler das Attentat überlebte), wenn mehr führende Offiziere der Wehrmacht, die zu dem Zeitpunkt schon sehr deutlich wussten, dass der Krieg verloren war, sich klar auf die Seite der Aufständischen geschlagen hätten.

Der Film macht deutlich, in welchem “Gewissenskonflikt” sich manche Offiziere befanden. Sie fühlten sich als gute deutsche Soldaten an ihren Eid gebunden, den sie auf ihren Führer abgelegt haben. Auf der anderen Seite sahen sie immer mehr den Wahnsinn eines “totalen Krieges”, der nur zur absoluten Zerstörung Deutschlands führen konnte.

Nur ein paar mutige Männer wie Stauffenberg oder Tresckow stellten ihr Gewissen über den Gehorsam an einen dämonisierten Führer und waren bereit bis zum Letzten zu gehen.

Nach dem Film konnte ich lange nicht einschlafen, da mir verschiedene Gedanken und Szenen durch den Kopf gingen.
Auch meine eigene Familiengeschichte beschäftigt mich in diesem Zusammenhang. Mein Großvater (väterlicherseits) war Professor  an der staatlichen Baugewerkschule in Görlitz und überzeugter Christ (half beim Aufbau des CVJM Görlitz). Er starb schon 1933 und neben ein paar Bildern kannte ich nicht all zu viel von seinem Leben.

Letztes Weihnachten jedoch zeigte mein Vater seiner Familie ein Buch seines Vaters, das er für seine Studenten verfasst hatte. Es war sehr amüsant zu lesen, da er detaillierte Anweisungen gab, wie ein Student sich zu kleiden, auf seine Gesundheit zu achten und sich in Beziehungen zu verhalten habe.

In diesem Buch schrieb er auch einen Absatz über den Zustand Deutschlands zur Zeit der Weimarer Republik. Man spürte deutlich seine nationale Gesinnung und die Schmach der Demütigung, die sein geliebtes Deutschland nach dem verlorenen ersten Weltkrieg und dem Versailler Vertrag erlitten hatte:

“Obwohl wir 4,5 Jahre einer Welt von Feinden getrotzt und unmenschliches geleistet haben, sind wir doch - nahe dem Siege - innerlich zusammen gebrochen, weil wir die Einigkeit in uns selbst und das Vertrauen zu Gott verloren hatten. Schmach und Schande sind mit dem Versailler Diktat über uns gekommen, wehrlos und ehrlos müssen wir uns die Vergewaltigungen und Demütigungen unserer Feinde gefallen lassen.”

So rief er zum Gebet und zu einer Umkehr zu Gott auf, damit Deutschland wieder seine führende Stellung und Berufung in der Völkergemeinschaft einnehmen könne.

Das Kapitel schließt er mit folgender Feststellung: “Erst wenn unser Volk wieder den rechten Glauben zu Gott gefunden hat und dadurch zur inneren Einigkeit gekommen ist, wird es auch aus seiner Not herauskommen und den Aufstieg erleben, den es mit allen Kräften ersehnt ….
Wache auf deutsche Jugend und höre den Ruf, der an dich ergeht.”

Ich persönlich glaube auch an eine Berufung Gottes für einzelne Nationen. Ich bin überzeugt, dass Gott das deutsche Volk und die Nation zum Segen für andere Nationen bestimmt hat. Es geht aber nicht um Herrschaft über andere, sondern um  den Dienst. Anstelle von Überheblichkeit über andere Nationen wird es Demut und Liebe sein, womit wir anderen Völkern begegnen.

Das Anliegen meines Großvaters ist im Kern auch heute sehr aktuell. Auch wir brauchen dringend eine Umkehr und Hinwendung zu dem lebendigen Gott und seinem Wort. Aber wahre Größe erlangt man nur durch Dienen und gelebte Liebe.

Jahreswechsel in der Schweiz 05-01-2009

Knapp eine Woche fuhren wir mit einer befreundeteten Familie zum Ski-Urlaub ins Toggenburger Land. Wir hatten fast immer wunderschönes Wetter und seit vielen Jahren habe ich mich wieder auf die “Bretter” gewagt. Es ging viel besser als ich dachte, aber es war anstrengend.
Kristina blieb lieber zu Hause, aber unsere beiden Kids hatten nach ein paar Anlaufschwierigkeiten mit dem Fahren im herrlichen Pulverschnee ihren Spaß. Leider habe ich mir am letzten Tag eine starke Erkältung eingefangen, die ich nun auskuriere…

Weihnachtsgrüße 24-12-2008

Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes; denn die Auen der Wüste sollen grünen, und die Bäume sollen ihre Früchte tragen, der Weinstock und der Feigenbaum, so viel sie nur können. Und ihr Kinder Zions, frohlocket und freuet euch über den HERRN, euren Gott; denn er hat euch den Frühregen in rechtem Maß gegeben und Regengüsse, Frühregen und Spätregen, am ersten Tage zugesandt. Und es sollen die Tennen voll Korn werden und die Keltern von Most und Öl überfließen. Also will ich euch die Jahre wiedererstatten, deren Ertrag der Nager, die Heuschrecke, der Fresser und der Verwüster verzehrt haben, mein großes Kriegsheer, welches ich gegen euch gesandt habe; und ihr sollt genug zu essen haben und satt werden und den Namen des HERRN, eures Gottes, loben, der wunderbar an euch gehandelt hat, und mein Volk soll nicht zuschanden werden ewiglich!
Joel 2:22-26

Mit diesen Versen aus dem Propheten Joel, möchte ich euch heute am “heiligen Abend” und am Ende des Jahres 2008 ganz herzlich grüßen. Diese großartigen prophetischen Worte sprach Gott nach einer einschneidenden Krise im Volk Gottes, dem Aufruf Gottes zur Umkehr und vor der Verheißung des Geistes auf alles Fleisch (Joel 1-3).

Es ist ein Wort der Wiederherstellung: Alles was vertrocknet, gefressen und verwüstet wurde, will der Herr wieder zurückerstatten. Er zeigt sich als der Versorger Israels und nach der physischen Wiederherstellung, wird das Volk auch geistlich wieder erneuert, indem es die Fülle des Geistes empfangen soll.

Wir leben gerade jetzt in einer Zeit, in der unser Land und auch die ganze Welt durch eine Zeit der materiellen Erschütterung geht. Der Kapitalismus mit seiner kranken Ausprägung von Gier, Hedonismus und Ungerechtigkeit hat in den letzten Monaten eine empfindliche Wunde erlitten. Mit aller Anstrengung und verschiedenen Rettungspaketen wird nun versucht diese Wunde wieder zu heilen. Aber auch im kommenden Jahr werden wir die Auswirkung der Finanzkrise noch sehr deutlich zu spüren bekommen. Menschen werden arbeitslos werden, die Armen werden noch ärmer und allgemein gilt es den Gürtel enger zu schnallen.

Ich sehe hinter diesem weltweiten Finanzcrash das Wirken Gottes. Nicht weil er den Menschen Not und Leid bringen will, sondern um wach zu rütteln und ihn auf das unerschütterliche Reich Gottes hinzuweisen.
Wo liegt denn unsere Sicherheit, unsere Zufriedenheit und unser wahrer Wohlstand? Doch nur in der Beziehung zu Gott, dem Vater.
Wer kann die Menschen von all dem Unheil retten, in das er sich immer wieder verstrickt? Doch nur Jesus Christus, der Erlöser und Retter der ganzen Welt!
Wer kann den Menschen wieder Hoffnung, Freude und Frieden geben? Doch nur der Heilige Geist, der sich danach sehnt, jeden Menschen mit dem Leben aus Gott zu beschenken.
Ich bete und hoffe, dass durch diese Krise viele Menschen sich auf die Suche nach wahrem Leben machen und sich vor Gott demütigen, um dann die unermessliche Gnade Gottes zu erleben. Wir können es nur erahnen, mit welcher Liebe sich Gott nach seinen “verlorenen Adams und Evas” sehnt. Er streckt seine Hände den ganzen Tag nach ihnen aus, aber nur durch Umkehr und Demut sind wir in der Lage diese liebevollen Arme zu sehen, und dann auch seine wiederherstellende Berührung zu erleben.

Aber auch einige von uns sind von der Finanzkrise betroffen und manche Arbeitstelle ist bedroht. Als Söhne und Töchter Gottes, liegt jedoch unsere Versorgung völlig in Gottes Hand und nicht im Kapitalsystem dieser Welt. Angst und Sorge, unter denen jetzt viele Menschen leiden, haben noch nie dazu beigetragen, Probleme und Herausforderungen zu lösen, sondern nur Vertrauen bzw. Glaube, der sich dann auch in konkreten Initiativen zeigt.

Am Ende des Jahres ist es gut, die “besinnliche Zeit” tatsächlich zu nutzen, um über unsere Beziehung zu Gott, über unsere Einstellung zu Geld und Besitz, über unsere Zukunftsperspektiven und über Gottes Absichten mit unserem Leben nachzudenken. Aber auch den Heiligen Geist erlauben, uns zu zeigen, in welchen Bereichen wir von unseren Wegen bzw. unseren Gedanken und Einstellungen umkehren sollen. Es ist tatsächlich Gottes Gnade, wenn wir diese Irrwege erkennen und eine radikale Kehrtwendung vollziehen dürfen. Lass uns wieder neu die Prioritäten ordnen (”Keep first things first”). Lasst uns zuerst(!) nach Gottes Königsherrschaft und seiner Gerechtigkeit trachten und dann wird uns der Herr, alles andere, was wir nötig haben, zufallen lassen (vgl. Matth. 6,33).

In diesem Sinne wünsche ich euch nun eine entspannte, und fröhliche Weihnachtszeit und viele ermutigende Erfahrungen mit unserem Gott im Jahr 2009.

Hier noch ein kleines Foto meiner Familie, von unserem Englandurlaub im August dieses Jahres. Falls wir uns mal länger nicht sehen sollten, dann wisst ihr noch wie wir aussehen… :)